DA!4 Das Recht auf Abtreibung

Am 14. September 2011 um 20h im zakk

Das Recht auf Abtreibung - Film und Diskussion mit Sarah Diehl

Aufmarsch der “Lebensschützer”, PND und PID-Alarm?
Wie steht es eigentlich um das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung?

In ihrem preisgekrönten Film “Abortion Democracy” vergleicht Sarah Diehl die Lebensrealität ungewollt Schwangerer in den beiden Demokratien Polen und Südafrika.

Während es in Südafrika seit 1997, dem Ende der Apartheid eines der liberalsten Abtreibungsgesetze überhaupt gibt, verloren Frauen in Polen 1994 ihre Rechte fast vollständig. Trotzdem ist die frühzeitige und sichere Abwendung einer Schwangerschaft eher in Polen als in Südafrika gewährleistet.

In erhellenden Interviews mit den betroffenen Frauen, Ärztinnen und Feministinnen vor Ort zeichnet Sarah Diehl ein realistisches Bild der tatsächlichen Lebensverhältnisse.

Die Hälfte aller Abtreibungen weltweit werden illegal, und daher meist unter prekären Umständen, ausgeführt. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisatio​n (WHO) sterben bei den jährlich auf 40 Millionen geschätzten Abbrüchen 70.000 Frauen in Folge illegaler und unter ungeeigneten Umständen durchgeführter Schwangerschaftsabbrüche. 200 tote, junge Frauen/Mütter täglich.

Die Zahl der Todesfälle und der Abtreibungen korreliert eben nicht mit der strenge der Gesetzgebung, sondern mit dem tatsächlichen Zugang der Menschen zu Verhütungsmitteln und dem Grad ihrer Aufklärung. Die Niederlande, die ihre Jugendlichen in Schule und Medien umfassend aufklären, haben die niedrigste Abbruchquote der Welt.

Die selbstbestimmte Entscheidung über Zeitpunkt und Anzahl von Kindern, ist ein Menschenrecht!

Und wie steht es um dieses Menschen/Frauenrecht in Deutschland?

Ungewollt Schwangere werden durch bürokratische Hürden und die seit 1993 installierte Zwangsberatung entmündigt. Schwangerschaftsabbruch ist immer noch kein Recht, sondern nur eine “geduldete” Straftat. Auch für die Notfallverhütung der “Pille danach” besteht in Deutschland doch tatsächlich Rezeptpflicht. Obwohl diese humane Form der schnellstmöglichen Abwendung einer ungewollten Schwangerschaft in 17 europäischen Ländern und selbst in den USA rezeptfrei, also barrierelos zu beziehen ist.

Wen wundert es, wenn in Deutschland Familienpolitik Bischöfen überantwortet und Politiker mit Fundamentalisten demonstrieren gehen. Dabei ist genau diese religiöse Tabuisierung dafür verantwortlich, dass ungewollt schwangeren Frauen zu spät geholfen wird und dieses Ausmaß von Tod und Leid überhaupt erst entsteht.

Warum stehen immer noch so viele Frauen auf der Seite der reaktionären Kirchen und Religionen anstatt für eine vernünftige Legalisierung der Abtreibung und ihr eigenes Menschenrecht auf ein selbstbestimmtes Leben zu sein?

Ein eindeutiger Fall für den Düsseldorfer Aufklärungsdienst!

Das Recht auf Abtreibung - Sarah Diehl war DA!