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Abgefackelt! Die Düsseldorfer Bücherverbrennung von 1965

Lesung von Dr. Olaf Cless zur Bücherverbrennung des Jugendbundes für Entschiedenes Christentum
09/04/2025
19 Uhr / Einlass ab 18.30 Uhr
ZAKK Halle
Fichtenstr. 40 | 40233 Düsseldorf
Eintritt: 10.- / ermäßigt: 5.- für DA!-Mitglieder, Schüler:innen, Studierende, Düsselpassinhaber:innen
Thema: Kirchenkritik

Lesung zum 60. Jahrestag (1965) der Bücherverbrennung des Jugendbundes für Entschiedenes Christentum auf den Rheinwiesen in Düsseldorf. Mit Dr. Olaf Cless, Mirjam Wiesemann und Daniel Berger

„Nicht Goebbels, sondern Paulus hatte sie inspiriert. Sie kannten nicht die deutsche, sondern die Apostelgeschichte.“ Erich Kästner

Am Erntedanksonntag des Jahres 1965 brannten am Rhein wieder einmal Bücher. Eine Gruppe des evangelischen „Jugendbundes für Entschiedenes Christentum“ (EC) hatte sich zu einem „missionarischen Einsatz“ versammelt. Unter Absingung frommer Lieder warfen sie „Schundhefte“ sowie Werke von Kästner, Grass, Camus, Sagan und Nabokov ins Feuer. Straßenpassanten beobachteten das Geschehen. Ein Redner sprach von einem Akt der „Notwehr“: „Wir haben uns über Schmutz- und Schundliteratur unterhalten und sind zu der Erkenntnis gelangt, dass brutale, kriminelle, sexuelle und utopische Szenen und Bücher das Glaubensleben des einzelnen beeinträchtigen können. Wir wollen uns von der Übermacht solcher Leitbilder befreien. Sie bringen uns von Jesus ab.“ Dann züngelten die Flammen empor.

Genehmigung von der Stadt
Das makabre Schauspiel am Rhein erfreute sich der offiziellen Genehmigung des Ordnungsamtes der Stadt Düsseldorf. Einige Wochen vor der Aktion hatte der Jugendbund schriftlich um die Genehmigung „zur Verbrennung von Schundliteratur“ auf dem Carlsplatz in der Nähe des Regierungsviertels nachgesucht. Auf diesem Platz hatte Günter Grass seine letzte Düsseldorfer Wahlrede gehalten. Erich Kästner, zu einer Lesung in der Stadt, suchte den Oberbürgermeister auf. Der sprach von einem Dummjungenstreich. Worauf Lore Lorentz, mit anwesend, von den Drohbriefen an das „Kom(m)ödchen“ erzählte …
Lesung aus den verbrannten Büchern, Stimmen aus der Lokalpresse – eine Zeitreise ins hitzige Bundestagswahljahr 1965.

Kuratiert und gelesen von:
Dr. Olaf Cless, Geschichts- und Politikwissenschaftler. Er lebt als Kulturjournalist in Düsseldorf, schreibt regelmäßig für das Straßenmagazin fiftyfifty und ist im Heinrich Heine Salon e. V. aktiv.
Mirjam Wiesemann,
Autorin und Schauspielerin. Die gebürtige Düsseldorferin war 10 Jahre lang künstlerische Leiterin der preisgekrönten Hörbuchreihe Künstler im Gespräch und gibt regelmäßig Lesungen.
Daniel Berger war Ensemblemitglied am Düsseldorfder Schauspielhaus und arbeitet seitdem als freier Schauspieler. Er spricht regelmäßig für den Deutschlandfunk und den WDR und hat zahlreiche Lesungen gemacht, u.a. auch für den Heine Salon Düsseldorf.

Kooperationsveranstaltung mit Heinrich-Heine-Salon und zakk

Hier zum Mitschnitt der Veranstaltung.

Moderation: Eva Creutz
Mitschnitt und Nachbearbeitung: Ertan Erdogan / Ricarda Hinz

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