Film und Diskussion mit Sarah Diehl |

Aufmarsch der „Lebensschützer“, PND und PID-Alarm? Wie steht es eigentlich um das Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung in Deutschland? Ungewollt Schwangere werden durch bürokratische Hürden und die seit 1993 verpflichtende Zwangsberatung noch immer massiv entmündigt. Schwangerschaftsabbruch ist demnach kein Recht, sondern nur eine „geduldete“ Straftat. Auch für die „Pille danach” besteht in Deutschland Rezeptpflicht, während diese inzwischen in 17 europäischen Ländern und selbst in den USA rezeptfrei, also barrierelos zu beziehen ist. Kein Wunder: wie hierzulande religiöse Kräfte regelmäßig politische Entscheidungen an der Selbstbestimmung der Individuen vorbei soufflieren, konnte man zuletzt bei der Legalisierung der religös motivierten Körperverletzung von Säuglingen und Minderjährigen (Vorhaut-Amputation) und beim Thema „selbstbestimmtes Sterben“ erleben.

Referentin: Sarah Diehl (*1978) ist Publizistin, Autorin, Kulturwissenschaftlerin und Dokumentarfilmemacherin. Sie arbeitet seit 2004 zum Thema internationale reproduktive Rechte von Frauen. Zu ihren Publikationen gehören u.a. die Bücher: Brüste kriegen. Geschichten und Bilder (2004), Deproduktion. Schwangerschaftsabbruch im internationalen Kontext (2007) und Die Uhr, die nicht tickt. Kinderlos glücklich (2015), sowie der vom Black International Cinema Filmfestival ausgezeichnete Film Abortion Democracy (2008).

Abortion Democracy – Das Recht auf Abtreibung