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Christliches Immobiliengeschäft: Profitgier und Verdrängung. Wie die westdeutschen Bistümer Sozialsiedlungen ausbeuten.

Vortrag und Diskussion mit Ralf Hutter
03/04/2024
19 Uhr
Salon des Amateurs | Bar in der Kunsthalle
Grabbeplatz 4 | 40213 Düsseldorf
Kein Eintritt / Mit einer Spende unterstützt Du unsere Arbeit
Thema: Kirchenkritik

Christliches Immobiliengeschäft: Profitgier und Verdrängung. Wie die westdeutschen Bistümer Sozialsiedlungen ausbeuten.
Dass die beiden großen Kirchen zu den größten privaten Grundeigentümerinnen in Deutschland zählen – vielleicht sind sie sogar die größten –, ist relativ bekannt. Das verweist auf die feudale Vergangenheit und bezieht sich vor allem auf Ländereien, also einschließlich Äckern und Wäldern. Es gibt aber einen kirchlichen Immobilienbereich, zu dem kaum etwas bekannt ist: die Wohnungsvermietung. Das liegt wohl vor allem an einem Mangel an journalistischer Recherche. Zur Vermietungspraxis kirchlicher und kirchennaher Institutionen gibt es offenbar auf überregionaler Ebene keine Veröffentlichungen, zumindest nicht aus der jüngeren Vergangenheit. In Büchern zu Kirchenfinanzen finden sich zwar Ausführungen zum einen oder anderen kirchlichen Wohnungsunternehmen, aber keine konkreten Konflikte mit der Mieterschaft.
Der Journalist Ralf Hutter hat die erste größere und überregionale Recherche zu unsozialem Verhalten diverser kirchlicher und quasi-kirchlicher Immobilienakteure gegenüber der Mieterschaft vorgelegt. Am meisten hat er sich mit der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft beschäftigt, dem in Köln ansässigen größten Wohnungsunternehmen der katholischen Kirche. Dieses Unternehmen hat seinen sechs westdeutschen Bistümern – darunter zwei der reichsten der Welt – parallel zum Anwachsen der deutschen Wohnungsmisere in den letzten 15 Jahren immer mehr Geld ausgeschüttet. Erwirtschaftet werden die Gewinne unter anderem mit ehemaligen Sozialsiedlungen in Köln und Düsseldorf, wo die Aachener oft die Instandhaltung vernachlässigt und dadurch bisweilen Menschen in existenzielle Nöte bringt. Hier zeigt sich auch ein erklärtermaßen zukünftiger Schwerpunkt der Firmentätigkeit, der die Lage weiter verschärft: die energetische Modernisierung der alten Häuser, die die Haushalte bezahlen müssen, auch wenn die dadurch erreichten Einsparungen die Kosten bei weitem nicht aufwiegen. In Düsseldorf sorgte das 2021 für Proteste in der Siedlung Kissinger Straße im Stadtteil Eller. Die Baumaßnahmen gingen dort aber noch bis zuletzt weiter und beeinträchtigten viele Menschen. Auch über solche aktuellen Konflikte soll in diesem Humanistischen Salon gesprochen werden.

Ralf Hutter ist studierter Soziologe. Er arbeitet in Berlin als Freier Journalist fürs Öffentlich-Rechtliche Radio sowie für diverse Zeitschriften, Zeitungen und Online-Medien. Das Buch zum Vortrag „Der Hausherr gibt es, der Hausherr nimmt es – Profitgier und Verdrängung im christlichen Immobiliengeschäft ist 2023 im Alibri Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

Eine Kooperationsveranstaltung von DA! und IBKA.

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Humanistischer Salon: Seit 2013 veranstaltet der DA! regelmäßig am ersten Mittwoch im Monat den Humanistischen Salon. Hier diskutiert die Stadtgesellschaft philosophische, naturwissenschaftliche und ethische Fragen. 50 bis 100 Besucher:innen finden sich regelmäßig im Salon des Amateurs (Bar in der Kunsthalle Düsseldorf) und online ein, denn seit 2022 werden die Salons in der Regel live ins Netz übertragen. Auch online gestellte Fragen der Zuschauer:innen werden im Anschluss an den Vortrag in die Diskussion eingebunden.

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