»Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst besitzt …

Wir sind DA! Logo-DA-art-award-300x160 Grußwort der Schirmherrin   … braucht keine Religion.« So lautet ein zentrales Motto der Giordano-Bruno-Stiftung. Und in der Tat: Dort wo exakte Wissenschaft und philosophische Überlegungen die Reichhaltigkeit der Wirklichkeit nicht einzufangen vermögen, da ist es an der Kunst, die darüber hinausweisende, poetische Dimension zu erfassen.

Wir sind DA! Porträtfoto-Ingrid-Matthäus-Maier-b Grußwort der Schirmherrin
Ingrid Matthäus-Maier

Ich freue mich daher sehr, dass es dem DA!, der Düsseldorfer Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung, gelungen ist, mit dem DA! Art-Award, einen säkularen Kunstpreis ins Leben zu rufen. Einen Preis, der neben den regelmäßigen Veranstaltungen des DA! zu wissenschaftlichen und philosophischen Themen, nun auch der Kunst eine Bühne bietet.

Deshalb übernehme ich sehr gerne die Schirmherrschaft für Düsseldorfs ersten säkularen Kunstpreis und die Ausstellung. Gerade das diesjährige Thema des DA! Art-Award »Wissen statt Glauben« ist dazu angetan, sich kritisch mit Religion und Esoterik, mit Pseudowissenschaften und Verschwörungsfantasien auseinanderzusetzen. Ein ernstes und anspruchsvolles Thema. So wie auch die Freiheit der Kunst selbst. Sie muss beständig verteidigt werden. Auch gegen Religiöse, die definieren wollen, durch welche Äußerung, Handlung oder Darstellung sie sich verletzt fühlen. Dem darf eine offene Gesellschaft sich nicht beugen. Und das Strafrecht sollte mit seinem § 166, dem so genannten Blasphemieparagrafen, diesem rückwärtsgewandten Ansinnen nicht noch Vorschub leisten. Aus diesem Grund setze ich mich schon seit Langem dafür ein, dass dieser unzeitgemäße Paragraf verschwindet.

Es würde mich freuen, wenn die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, unbeeindruckt von äußeren Einflüssen und Gesetzen, ungewöhnliche und eigenwillige Ideen in ihre Werke einbringen. Das wäre gelungen, wenn die Besucher die Ausstellung nachdenklicher verlassen, als sie gekommen sind.

Ich bin sehr gespannt auf die künstlerischen Ergebnisse und sende den Kuratoren, den Besuchern und nicht zuletzt den teilnehmen Künstlern ein herzliches »Glück auf!«

Ihre Ingrid Matthäus-Meier


Zur Person: Ingrid Matthäus-Maier, geboren am 9. September 1945 in Werlte, studierte Rechtswissenschaft in Gießen und Münster und war danach bis 1976 als Verwaltungsrichterin in Münster tätig. 1969 trat sie in die F.D.P. ein. 1972 wurde sie Bundesvorsitzende der Jungdemokraten. Nach dem Koalitionswechsel 1982 (“geistig-moralische Wende”) trat sie aus der F.D.P aus und in die SPD ein. Sie war Mitglied des Bundestages von 1976 bis 1982 und von 1983 bis 1999. Von 1999 bis 2008 gehörte sie dem Vorstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau(KfW) an, von 2006 bis Mitte 2008 war sie Vorsitzende und Sprecherin der KfW-Bankengruppe. Seit 2007 ist Ingrid Matthäus-Maier Mitglied der von Bundesminister Sigmar Gabriel ins Leben gerufenen Naturallianz, die sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzt. Sie war maßgeblich an der Formulierung des 1974 entstandenen, damals wie heute erstaunlich fortschrittlichen FDP-Kirchenpapiers „Freie Kirche im Freien Staat“ beteiligt, das eine klare Trennung von Staat und Kirche forderte. 1998 wurde sie mit dem CICERO-Rednerpreis ausgezeichnet. Aktuelle Tätigkeiten:

  • Vorsitzende des Kuratoriums der Friedrich-Ebert-Stiftung
  • Schatzmeisterin der Vereinigung ehemaliger Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments e. V.
  • Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung
  • Mitglied im Verbandsrat des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.
  • Mitglied im Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunk Köln AöR
  • Sprecherin der Kampagne „Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“
  • Beiratsmitglied im „Institut für Weltanschauungsrecht”