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Die Forensische Molekularbiologie und ihre Feinde

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Cornelius Courts
02/10/2024
19 Uhr
Salon des Amateurs | Bar in der Kunsthalle
Grabbeplatz 4 | 40213 Düsseldorf
Kein Eintritt / Mit einer Spende unterstützt Du unsere Arbeit
Thema: Wissenschaft

Die Forensische Molekularbiologie und ihre Feinde
Die Forensische Molekularbiologie ist eine wissenschaftliche Disziplin, die mittels molekularbiologischer Methoden Spuren und Spurenbilder, die durch die Begehung von Straftaten entstanden sind, unter verschiedenen Fragestellungen analysiert und interpretiert. Seit ihren Anfängen Mitte der 80er Jahre hat sie sich längst zu einer für Polizei, Justiz, Rechtsprechung und mithin allgemeiner Rechtssicherheit unersetzlichen Disziplin entwickelt, ohne die viele Kriminalfälle nicht gelöst, Schuldige nicht überführt und Unschuldige nicht entlastet werden könnten. Aber auch bei der Identifikation Verstorbener nach Katastrophen, Kriegen und Terroranschlägen, bei der Aufklärung jahrzehntealter „Cold Cases“ sowie dem Kampf gegen Wildlife Crime und für Gerechtigkeit zu Unrecht Verurteilter spielt die Forensische Molekularbiologie eine zentrale Rolle.
Trotz ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung ist ihre Finanzierung dennoch häufig nicht gesichert, was in ironischem Kontrast zum enormen öffentlichen Interesse an „Forensik“ und „True Crime“ steht, das sich im Erfolg unzähliger einschlägiger Krimis, CSI-Serien, Podcasts etc. abbildet.
Gerade ihre verzerrte populärmediale Darstellung und deren irrationale öffentliche Wahrnehmung, die sie auch zum Gegenstand soziologischer Untersuchungen macht, erzeugen jedoch Dynamiken, die sich auf ihre Effektivität, Integrität und die Vermittlung ihrer Befunde auswirken können. Dazu gehören der sogenannte CSI-Effekt, aber auch ideologisch motivierte Aktivismen, die bestrebt sind, die Forensische Molekularbiologie zu „problematisieren“ und gemäß identitätspolitischer Doktrinen einzuhegen.
Entgegen postmodernistischen Auffassungen ist die Forensische Molekularbiologie jedoch ein neutrales, evidenzbasiertes Werkzeug zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen, das nicht Schuld beweisen, sondern der objektiven Wahrheitsfindung dienen soll und daher vor weiteren Kürzungen bewahrt und gegen popularisierende wie ideologische Zugriffe unbedingt verteidigt werden muß.

Prof. Dr. rer. nat. Cornelius Courts, Diplom-Biologe, geb. 1977, studierte Biologie und promovierte in Genetik (zur molekularen Pathogenese primärer ZNS-Lymphome) an der Uni Köln. 2008 wechselte er als Leiter der Abteilung für Forensische Genetik am Institut für Rechtsmedizin in Bonn in die forensischen Wissenschaften. 2015 habilitierte er sich an der Universität Bonn im Fach Forensische Molekularbiologie und wechselte kurz darauf den Ort, nicht aber das Fach: 6 Jahre leitete er die Abteilung für Forensische Genetik am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel. 2021 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Forensische Molekulargenetik an der Universität zu Köln, dem er im September 2021 folgte und wo er seitdem außerdem die Abteilung für Forensische Molekulargenetik am Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Köln leitet. Seit 2011 betreibt er das Wissenschaftsblog blooD’N’Acid. Seit 2023 ist er Mitglied der gemeinsamen Spurenkommission der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin und kriminaltechnischen Institute der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes in Deutschland.

Achtung: Die Veranstaltung wird auch live ins Netz übertragen.
Fragen können während der Diskussion über den Youtube-Chat gestellt werden.

Moderation: Stefan Soehnle
Moderation LiveChat und Online-Diskussion: Katrin Wiesemann
Livestream: Ricarda Hinz

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Humanistischer Salon: Seit 2013 veranstaltet der DA! regelmäßig am ersten Mittwoch im Monat den Humanistischen Salon. Hier diskutiertdie Stadtgesellschaft philosophische, naturwissenschaftliche und ethische Fragen. 50 bis 100 Besucher:innen finden sich regelmäßig im Salon des Amateurs (Bar in der Kunsthalle Düsseldorf) und online ein, denn seit 2022 werden die Salons in der Regel live ins Netz übertragen. Auch online gestellte Fragen der Zuschauer:innen werden im Anschluss an den Vortrag in die Diskussion eingebunden.