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Die Unterstützung und Situation atheistischer Flüchtlinge – Die Säkulare Flüchtlingshilfe stellt sich vor

Vortrag und Diskussion mit Paul Franke
03/07/2024
19 Uhr
Salon des Amateurs | Bar in der Kunsthalle
Grabbeplatz 4 | 40213 Düsseldorf
Kein Eintritt / Mit einer Spende unterstützt Du unsere Arbeit
Thema: Religionskritik

Die Unterstützung und Situation atheistischer Flüchtlinge – Die Säkulare Flüchtlingshilfe stellt sich vor
In Deutschland können wir uns glücklich schätzen: Wir können religiöse Autoritäten kritisieren und ein Leben frei von Religion führen, falls wir es wollen. Bedauerlicherweise gilt dies für viele Menschen Afrikas und Asiens nicht. Im Vortrag geht es um genau diese Menschen – ihre Probleme, Gefahren und Chancen – und wie wir von der Säkularen Flüchtlingshilfe versuchen, ihnen nach der Flucht in Deutschland zu helfen:
Wenn religionsfreie Menschen aus Ländern fliehen, in denen der politische Islam dominiert, geht es ihnen nicht um ökonomische Verbesserungen, denn viele von ihnen kommen aus wohlhabenden Familien. Es geht ihnen auch nicht um die Flucht vor einem Krieg, denn viele von ihnen stammen aus Ländern, in denen nominell Frieden herrscht. Religionsfreie Menschen fliehen, weil sie die fundamentalistischen Normen ihrer Heimatländer nicht akzeptieren können und deshalb um ihr Leben fürchten müssen. In ihrer Heimat werden nicht-religiöse Menschen oft schon von der eigenen Familie bedroht, die ihre „Ehre“ in Gefahr sieht und das unangepasste Mitglied mit allen Mitteln zum Schweigen bringen will. Sie werden von Staaten bedroht, in denen Apostasie mit Gefängnis, Folter, Tod geahndet wird, oder von eifrigen Islamisten, die sich beauftragt fühlen, die „Ungläubigen“ ihrer „gerechten Strafe“ zuzuführen. Unter solchen Umständen sind säkular denkende Menschen bereit, alles aufzugeben, was sie haben: Wohlstand, Freunde, Familie, ihre Heimat – alles, für die Hoffnung auf ein freies und selbstbestimmtes Leben! Diese besonderen Motive säkularer Flüchtlinge wurden vom deutschen Staat lange Zeit verkannt. Die zuständigen Ämter gingen teils sogar von der irrigen Annahme aus, dass diejenigen, die keiner Religion angehören, nicht religiös verfolgt werden könnten, weshalb man ihnen den Status eines „religiös verfolgten Flüchtlings“ prinzipiell nicht zuerkannte.
In den vergangenen Jahren ist es der Säkularen Flüchtlingshilfe gelungen immer wieder auf diese Situation hinzuweisen. Außerdem thematisierten wir in Sendungen wie dem auslandsjournal, Fakt, Frontal 21 oder in Beiträgen der Deutschen Welle die Gefährdung saudischer Geflüchteter oder ex-muslimischer Aktivisten*innen in Deutschland. Diese sind auch hier immer noch Verfolgungen ausgesetzt. Weiterhin brachten wir die Hinweise irakischer Atheisten*innen in die Medien, welche vor den Aktivitäten gewaltbereiter islamistischer Milizen in Deutschland warnten. Die Folge waren Beiträge im Weltspiegel und der Deutschen Welle, die diese Organisationen näher betrachteten und die Öffentlichkeit informieren konnten. Durch den einzigartigen Zugang zu atheistischen Aktivisten*innen aus unterschiedlichen Regionen der Welt erhält die Säkulare Flüchtlingshilfe frühzeitig Einblicke in gesellschaftliche Entwicklungen, vor allem in der islamischen Welt, die westlichen Gesellschaften sonst nur schwer zugänglich sind. So wurden wir auch in das EU-Parlament eingeladen, um diese Aspekte zu erläutern.
Gerade junge Menschen aus stark religiös geprägten Ländern stellen eine neue Gruppe von Asylsuchenden dar, die bisher noch nicht durch eine Organisation vertreten wurden. Diese Menschen haben erlebt, was es heißt, in einem intoleranten System zu leben, in dem die grundlegendsten Menschenrechte nicht geachtet werden. Sie haben nicht nur ihre Heimat, Familie und Freunde verloren, sie haben auch ihre Religion und viele Aspekte ihrer Kultur hinter sich gelassen. Sie müssen sich von Grund auf neu orientieren. Daher ist ein Verein wie die Säkulare Flüchtlingshilfe unverzichtbar. Sie fängt diese Menschen auf und gibt ihnen Halt für den Start in ein komplett neues Leben.

Wie viele Menschen suchen bei uns um Hilfe? Aus welchen Ländern kommen sie? Was kann die Politik und die humanistische Gemeinschaft tun, um atheistischen Flüchtlingen das Leben in Deutschland zu erleichtern?In unserem Vortrag versuchen wir all dies zu beleuchten und damit zur Diskussion einzuladen, wie man ausländische Atheisten und Säkulare in Deutschland integrieren kann.

Paul Franke ist Jahrgang 2001. Er studiert „Soziale Arbeit“ im dualen Studium und ist seit 2022 ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Säkularen Flüchtlingshilfe.

Eine Kooperationsveranstaltung von DA! und Säkulare Flüchtlingshilfe und dem Kölner Bündnis Das Private ist politisch.

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Humanistischer Salon: Seit 2013 veranstaltet der DA! regelmäßig am ersten Mittwoch im Monat den Humanistischen Salon. Hier diskutiertdie Stadtgesellschaft philosophische, naturwissenschaftliche und ethische Fragen. 50 bis 100 Besucher:innen finden sich regelmäßig im Salon des Amateurs (Bar in der Kunsthalle Düsseldorf) und online ein, denn seit 2022 werden die Salons in der Regel live ins Netz übertragen. Auch online gestellte Fragen der Zuschauer:innen werden im Anschluss an den Vortrag in die Diskussion eingebunden.