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Krieg und Religion

Vortrag und Diskussion mit Hartmut Zinser
05/04/2016
Salon des Amateurs | Bar in der Kunsthalle
Grabbeplatz 4 | 40213 Düsseldorf
Kein Eintritt

Krieg und Religion
Die Religionen stellen sich heute fast alle als friedfertig dar und betonen auf interreligiösen Konferenzen, daß sie für den Frieden eintreten. Das war nicht immer so. Manche Religionen wie die der antiken Römer, Griechen und auch der Hindus verehrten Kriegsgötter. In vielen orthodoxen Kirchen gibt es Bilder von sog. Militärheiligen. In Kriegszeiten werden die Gläubigen aufgefordert für einen Sieg ihrer Waffen zu beten. Alle Religionen vertreten ein Absolutes und sie waren und sind alle bereit, dieses Absolute und ihren Wahrheitsanspruch auch mit Waffengewalt zu verteidigen. Religionen schaffen ein Innen und Außen und damit Grenzen der moralischen und solidarischen Gemeinschaft. Wenn man die militanten Konflikte der letzten 50 Jahre betrachtet, muss man feststellen, dass Religionen die Gruppierungen hervorbrachten, die in Kriegen die Frontlinien von Freund und Feind konstituieren. In der Moderne wurde mit der politischen Neutralisierung der Religion ein Weg gefunden, um ihr kriegerisches Potential nicht zur Wirkung kommen zu lassen.

Hartmut Zinser (*1944) war bis 2011 Professor für Religionswissenschaft an der FU Berlin und forschte u.a. zu: Europ. Religionsgeschichte seit der Französischen Revolution, Atheismus/Religionskritik, Römische Religionsgeschichte, Antikes Christentum. Bis 1993 war er Vorstandsmitglied der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft, 1998 Mitglied der Enquete-Kommission Sekten und Psychogruppen des Deutschen Bundestages und bis 2010 Mitglied der Arbeitsgruppe Theologien und Religionswissenschaften an deutschen Hochschulen, zur Ausarbeitung der Empfehlungen des Wissenschaftsrates.