Wir sind DA! 4_KUR_TillyJ_170628_AI_FO_DMR_041-1-e1501015606195-300x272 Wir sind DA!

Seit dem Jahr 2010 bereichert der Düsseldorfer Aufklärungsdienst (DA!) die Kulturlandschaft der Landeshauptstadt mit Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen zu philosophischen, religionskritischen und naturwissenschaftlichen Fragen. Unsere Initiative ist eine von über sechzig Regional- und Hochschulgruppen der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), der Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung.

Wir sind Aktionsplattform und Interessenvertretung der wachsenden Zahl von Bürgerinnen und Bürgern, die sich entschieden für eine rationale Leitkultur einsetzen und den irrationalen Einfluss von Religionen und Esoterik auf unser Zusammenleben kritisieren. Unser Ziel ist es, eine säkulare Alternative zu den bestehenden Religionen zu entwickeln. Hinter dieser Zielsetzung steht die Erkenntnis, dass Errungenschaften wie Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, sexuelle Selbstbestimmung, Selbstbestimmung am Lebensende, Gleichberechtigung von Frau und Mann, der demokratische Rechtsstaat, die Freiheit der Kunst, Kinderrechte, Tierrechte, etc. nicht per göttlichem Dekret vom Himmel gefallen sind. Diese Rechte wurden in einem Jahrhunderte währenden Emanzipations- und Aushandlungsprozess gegen den erbitterten Widerstand der Religionen erkämpft und werden auch heute weiterhin weltweit erkämpft. Wir verstehen uns als Teil dieser globalen Emanzipationsbewegung und treten für ein zeitgemäßes Weltbild ein, das im Einklang mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen (u.a. der Kosmologie, Evolutionsbiologie und Hirnforschung) steht und das sich in ethischer Hinsicht konsequent an den individuellen Selbstbestimmungsrechten (etwa im Sinne der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) orientiert.

Evolutionärer Humanismus
„Wir sind nicht die Krone der Schöpfung, sondern die Neandertaler von morgen“ – Der Düsseldorfer Aufklärungsdienst vertritt die Position des Evolutionären Humanismus, die Mitte des letzten Jahrhunderts vom Evolutionsbiologen und ersten Generaldirektor der UNESCO, Julian Huxley, formuliert und in den letzten Jahren u.a. durch den Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, weiterentwickelt wurde. Evolutionäre Humanisten treten entschieden für die Werte der Aufklärung ein. Für kritische Rationalität, Selbstbestimmung, Freiheit und soziale Gerechtigkeit. Allerdings begreifen sie den Menschen nicht mehr als Krone der Schöpfung, sondern als unbeabsichtigtes Produkt der natürlichen Evolution, das sich nur graduell, nicht prinzipiell, von den anderen Lebensformen auf der Erde unterscheidet. Ethische Grundlage des evolutionären Humanismus ist das Prinzip der gleichen Berücksichtigung gleicher Interessen. Daher sind diskriminierende Ideologien wie Rassismus, Sexismus, Ethnozentrismus oder Speziezismus sowie sozialdarwinistische Konzepte mit einem zeitgemäßen Humanismus unvereinbar.

Säkularismus ist die Lösung
Neben der Etablierung eines humanistischen Alternativangebotes, ist einer unserer politischen Arbeitsschwerpunkte die konsequente Trennung von Staat und Kirche. Zwar sieht unsere Verfassung aus guten Gründen den gleich weiten Abstand des Staates zu allen Weltanschauungen vor, jedoch wird dieser Grundsatz in der Praxis weitgehend ignoriert. So genießt die Kirche in Deutschland derart umfassende finanzielle Privilegien und parlamentarische Mitbestimmungsrechte wie keine andere zivilgesellschaftliche Kraft, obwohl es dafür keine demokratische Legitimation gibt. Diese Tatsache bedarf einer kritischen öffentlichen Diskussion, zumal die Kirche nur einen (immer kleiner werdenden) Teil unser-
er pluralen Gesellschaft vertritt. Mit 36 Prozent der deutschen Bevölkerung, bilden die Konfessionsfreien die größte weltanschauliche Gruppe im Land (katholisch: 28,9 Prozent, evangelisch: 27,1 Prozent, muslimisch: 4,4 Prozent, andere Religionsgemeinschaften: 3,6 Prozent).* In Düsseldorf stellten die Konfessionsfreien mit 51,6 Prozent in 2015** sogar die absolute Mehrheit, wie in Ballungsgebieten und Städten üblich. Dieses Schwinden von Religion bewerten wir als einen wesentlichen, zivilisatorischen Fortschritt und fordern auch ein Ende der Überprivilegierung der Religionen von Seiten der Politik. Wir verstehen uns als Interessenvertretung aller Menschen, deren ethisches Handeln nicht aus Glauben erwächst, sondern aus Vernunft, Verantwortungsgefühl, Solidarität, Empathie, Freundschaft und der einfachen Erkenntnis, dass wir nur dieses eine Leben haben um glücklich zu werden und andere glücklich zu machen.

Demokratie braucht Mitstreiter
Die offene Gesellschaft ist eine der großartigsten Errungenschaften, die der Mensch in seiner langen Entwicklungsgeschichte auf die Beine gestellt hat. Damit wir und unsere Nachkommen weiterhin so frei, friedlich und selbstbestimmt leben können, braucht es Menschen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren, die sich hinter die Werte der offenen Gesellschaft stellen, diese weiterentwickeln und verteidigen. Machen Sie sich mit uns gemeinsam für Humanismus stark. Mit Ihren Ideen und Ihrem Engagement, einer Spende oder Mitgliedschaft in unserem Verein stellen Sie sicher, dass wir unsere Arbeit auch in Zukunft fortsetzen und ausbauen können. Wir freuen uns auf Sie!