Hans Peter Riegel_rgbMythos Beuys – Eine Fake-Existenz
Vortrag und Diskussion mit Hans Peter Riegel

Sein Ruhm gründet nicht allein auf dem künstlerischen Werk. Joseph Beuys empfand seine gesamte Existenz als Kunstwerk, weshalb er seine Biografie in weiten Teilen frei erfand. Esoterische, anthroposophische Lehren waren zudem zentrale Triebkraft für sein Werk und Wirken.
Mit seinen umfangreichen Recherchen entschlüsselte Hans Peter Riegel diese Mythen. In seinem Vortrag legt er offen, dass die Beuys-Rezeption auf einem Konstrukt aus Fake und Fiktion basiert. Potemkinsche Fassaden, die von den Beuys-Apologeten aus ideologischem wie auch wirtschaftlichem Interesse mit verbissener Zähigkeit gestützt werden.

Hans-Peter Riegel ist Autor, Medienkünstler und Kurator. Er studierte visuelle Kommunikation, Fotografie, Film, Kunstwissenschaft und Philosophie. Von 1979 bis 1984 war er Assistent und Projektpartner von Jörg Immendorff. Nach einem längeren Aufenthalt in New York war Riegel als Artdirector tätig. Für sein gestalterisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Hans-Peter Riegel hat zahlreiche journalistische Beiträge über Kunst und Kultur publiziert. 2021 erschien der vierte Band seiner Beuys-Biografie Beuys – Verborgenes Reden.

Stadtmuseum Düsseldorf (Ibach-Saal) | Berger Allee 2 | 40213 Düsseldorf
Eintritt: 10,- / DA!-Mitglieder und ermäßigt 5,-
Karten unter: gbs@aufklaerungsdienst.de + Abendkasse
Es gelten die aktuellen Coronaschutzbestimmungen!


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Der Vortrag findet im Rahmen Die Macht des Mythos im Düsseldorfer Stadtmuseum statt:

DIE MACHT DES MYTHOS
Ausstellung, Kunstpreis und Vorträge
Düsseldorfer Stadtmuseum | Berger Allee 2
06. September. – 25. September 2022

Mythen begegnen uns in vielgestaltiger Form. Ihnen allen gemein ist, dass sie Deutungshoheit über Welt und Weltereignisse beanspruchen und ihr vermeintliches Wissen wirkmächtig durch blumige Narrative vermitteln – nicht durch überprüfbare Fakten: Da sind religiöse Schöpfungsmythen, die letzte Wahrheiten verkünden, völkische Mythen, die homogene Ursprungsgemeinschaften fantasieren oder
politische Mythen, die in Krisenzeiten stabilisierend wirken sollen. Tagtäglich sind wir konfrontiert mit Verschwörungserzählungen und den mythischen Narrationen in Kunst, Kultur und Warenwelt. Sei es durch Marken- und Personenkult oder durch die Fetischisierung von Kunstwerken.
Bereits in frühen Gesellschaften entfalteten Mythen ihre normative Kraft durch moralische Ordnungs- und Handlungsmuster. Und seit jeher dienen sie der Legitimation von Vorteil, Macht und Herrschaft. Sinnstiftung qua Glauben – ein Bollwerk gegen Rationalität und Aufklärung.

Der Kunstpreis
Der DA! Art-Award ist Düsseldorfs erster säkularer Kunstpreis und ein Projekt des Düsseldorfer Aufklärungsdienstes (DA!). Er wird seit 2018 im 2-Jahres-Turnus unter einem jeweils wechselnden Thema ausgelobt und will Künstler:innen inspirieren, sich kritisch mit Religion, Esoterik und Irrationalismus auseinanderzusetzen. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert, die in 4 Kategorien vergeben werden.
Bis zum 24. Juli sind Künstler:innen deutschlandweit aufgerufen, ihre Arbeiten zum diesjährigen Thema Die Macht des Mythos bei uns einzureichen. Die besten Arbeiten werden vom 6. bis 25. September 2022 im Düsseldorfer Stadtmuseum ausgestellt. Am Ende der Ausstellung wählt eine hochkarätig besetzte Jury die Preisträger:innen des DA! Art-Award 2022 aus den gezeigten Werken aus.

Ermöglicht wird der DA! Art-Award durch die Kooperation des Düsseldorfer Aufklärungsdienstes e. V. mit dem Stadtmuseum Düsseldorf und dem Kunstbüro Düsseldorf sowie der Unterstützung durch die Giordano-Bruno-Stiftung und privater Spender.

Mythos Beuys – Eine Fake-Existenz