Vortrag und Diskussion mit Rainer Ponitka |

Das Recht auf Religionsfreiheit umfasst das Recht, von unerwünschter religiöser Beeinflussung durch staatliche Institutionen verschont zu bleiben. Dieses Recht wird an Schulen vielfach verletzt, z.B. durch systematische Behinderung bei der Abmeldung vom Religionsunterricht. Wie kommt es, dass das „oberste Erziehungziel“ im Schulgesetz von NRW heute noch die „Erziehung zur Ehrfurcht vor Gott“ ist? (Art. 7, Abs.1). Ist es akzeptabel, dass unsere Kinder die spannendsten ethischen und naturwissenschaftlichen Fragen des Lebens von Religionen mit dogmatischem Wahrheitsanspruch beantwortet bekommen? Wieso gibt es immer noch „staatliche Konfessionsschulen“ (ca. 30 Prozent der Grundschulen in NRW), also katholische oder evangelische Schulen, die zu 100 Prozent aus allgemeinen Steuergeldern finanziert werden, wo Eltern jedoch zustimmen müssen, dass ihr Kind auf der Grundlage des jeweiligen Bekenntnisses erzogen wird. Und wer will den Islamunterricht? Schule ist der Ort, an dem Kinder und Jugendliche gemeinsam vielseitige Information vermittelt bekommen, um ihre Fähigkeit zu einem selbstbestimmten Leben zu entwickeln. Dazu gehören selbstverständlich auch unvoreingenommene und sachliche Informationen über Religionen und Weltanschauungen. Nicht jedoch die Vermittlung von religiöser Mythologie als „Wahrheit“.

Referent: Rainer Ponitka (*1965), Pressesprecher und Geschäftsführer des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA), ist als Experte in diesem Themenbereich häufiger Ansprechpartner für Politik und Presse.

Religion ist kein Unterricht