Wir sind da!

Aha! Und was heißt das genau?

Der Düsseldorfer Aufklärungsdienst – kurz: DA! – will dem Prinzip wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Aufklärung dienlich sein. Seit 2010 befeuern wir darum mittels Zweifel, Kritik und Fakten die konstruktive Streitkultur in unseren diversen Veranstaltungsformaten. Dabei vertreten wir eine ebenso naturalistische wie humanistische Position. Wir lieben die offenen Fragen des Lebens und wollen sie darum auch so offen wie möglich diskutieren.

Der DA! e. V. ist eine von deutschlandweit über sechzig Regional- und Hochschulgruppen der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), einer Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung: www.giordano-bruno-stiftung.de
Im folgenden Abschnitt findet ihr 14 FAQ, die euch unseren Verein, unsere Anliegen und Standpunkte näher bringen.

1. Wer trifft sich beim DA!?

Jeder Mensch wird ohne Bekenntnis geboren. Die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft ist also kein Naturgesetz, sondern einer von vielen Zufällen im Leben.

Bei uns treffen sich Menschen mit naturalistischer, humanistischer und säkularer Weltanschauung. Uns verbindet, dass wir die Verflechtung von Religion, Esoterik und Politik ablehnen. Wir sind überzeugt, dass religiöse und esoterische Erklärungskonzepte keinen Erkenntniszuwachs bringen. Sie tragen nicht dazu bei, uns und unsere Umwelt besser zu verstehen, bieten weder Lösungen für die Krisen unserer Zeit noch tragfähige Zukunftskonzepte, sondern reduzieren die atemberaubenden Vorgänge und Zusammenhänge im Universum auf naiven Aberglauben und magisches Denken. Als Naturalist:innen vertreten wir ein Weltbild, das im Einklang mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen steht (u. a. der Evolutionsbiologie, Hirnforschung und Kosmologie) und sich in ethischer Hinsicht konsequent an den individuellen Selbstbestimmungsrechten im Sinne der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen orientiert. Wir verstehen uns als Interessenvertretung von Menschen, deren (ethisches) Handeln nicht aus Glauben erwächst, sondern aus Vernunft, Verantwortungsgefühl, Solidarität, Empathie und Freundschaft. Wir sind überzeugt, dass ein sinnerfülltes Leben nicht vom Himmel fällt, sondern nur von uns selbst gestaltet werden kann. Und dass wir, gerade wegen der Erfahrung von Absurdität, Tod und Ungerechtigkeit, in der Verantwortung stehen, unserem Leben selbst einen Sinn zu geben.

2. Warum „Düsseldorfer Aufklärungsdienst”?

Düsseldorfer Aufklärungsdienst im Dienst der Aufklärung!

An einem Abend in 2010 saßen Ricarda Hinz und Eva Witten zusammen und scherzten: „Solange es in dieser Stadt noch Gottesdienste gibt, braucht es auch Aufklärungsdienste!” Damit war die Idee geboren, den vielen Atheist:innen, Agnostiker:innen, Humanist:innen und Religionsfreien Düsseldorfs eine dauerhafte öffentliche Präsenz zu geben. Der im Scherz gesprochene Satz wurde zum Programm und zum Namen: Düsseldorfer Aufklärungsdienst! Unser Verein steht in der Tradition der philosophischen Aufklärung und gesellschaftspolitischer Ideen, die bereits in der Antike, später um 1650 von Baruch de Spinoza und in den 1760er-Jahren von Thiry d´Holbach, Denis Diderot, Voltaire, David Hume und vielen anderen religionskritischen Vordenker:innen unserer modernen Demokratie vertreten wurden. Deren Utopien verdanken wir Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, Gewaltenteilung, Religionsfreiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, wissenschaftliche Erkenntnisse, Ethik statt Moral u. v. m.

3. Ist der DA! ein atheistischer Verein?

Der Aufklärungsdienst vertritt keine atheistische, sondern eine naturalistische Position.

Wir gehen davon aus, dass es im Universum „mit rechten Dingen zugeht“, dass weder höhere Mächte oder ominöse „Energien“, Götter oder Dämonen unser Leben bestimmen und dass die Naturgesetze ohne Ausnahme gelten. Da nichts, was wir heute über das Universum, die Erde und die Entstehung des Lebens wissen, auf die Existenz eines Gottes schließen lässt, ist die Frage nach ihm (oder ihr) für uns irrelevant.
Wir verhalten uns zu der Aussage, dass Gott existiert, demnach so wie zu der Aussage, dass es unsichtbare fliegende Einhörner gibt – wir halten beide für willkürliche Setzungen und geben den Auftrag zurück an die Gläubigen: Wer Aussagen über die Wirklichkeit trifft, muss diese plausibel, transparent und widerspruchsfrei belegen. Erst recht, wenn er daraus Werte, Normen und Regeln für die Gesellschaft ableitet.
Übrigens: Im Laufe der Menschheitsgeschichte gab es tausende allmächtige Gottheiten. Sie alle sind verschwunden, als niemand mehr an sie glaubte. Bezüglich der meisten Götter, an die Gesellschaften jemals geglaubt haben, sind also alle Menschen „Atheist:innen“. Wir gehen einfach einen Gott weiter.

4. Ist der DA! religionsfeindlich?

Der Aufklärungsdienst ist religionskritisch, nicht religionsfeindlich.

Religions- und Ideologiekritik ist seit jeher eine essenzielle Aufgabe der Aufklärung. Bahnbrechende Errungenschaften wie Menschenrechte, der demokratische Rechtsstaat, Meinungs-, Religions- und Pressefreiheit, sexuelle Selbstbestimmung, Gleichberechtigung von Frau und Mann, die Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Kinderrechte und Tierrechte wurden von mutigen Menschen gegen den erbitterten Widerstand der Religionen erkämpft. Sie gelten auch heute längst nicht überall auf der Welt, vor allem da nicht, wo Religion die Gesellschaftsordnung bestimmt. Auch heute noch werden Menschen hingerichtet, weil sie nicht an Gott glauben, Demokratie, Gleichberechtigung und individuelle Selbstbestimmung einfordern. Wir verstehen uns als Teil einer globalen Emanzipationsbewegung und sind überzeugt: Religion und Esoterik müssen sich an den gleichen ethischen und gesellschaftspolitischen Maßstäben messen lassen wie jede andere Ideologie, die unsere Spezies im Verlauf ihrer kulturellen Evolution hervorgebracht hat. Patriarchale, homo- und frauenfeindliche, antidemokratische oder autoritäre Lehren, dogmatische Moralvorstellungen, schwarze Pädagogik und blinder Gehorsam, wie sie aus Religionen abgeleitet werden, dürfen sich selbstverständlich nicht mehr der öffentlichen Kritik entziehen. Sie sind weder „heilig“ noch „unantastbar“. Auch unsinnige oder widerlegte – und damit schlicht falsche! – Annahmen über die Welt (etwa die Vorstellung, die Erde sei der Mittelpunkt des Universums und die Menschheit das intendierte Ziel einer planvollen „Schöpfung“) müssen schlicht und einfach als Fake News zurückgewiesen werden. Mythen sollten Fakten weichen.

5. Woran glaubt ihr?

Humanist:innen haben keine heiligen Schriften, Prophet:innen oder Priester:innen, die Zugang zu absoluten und ewig gültigen Wahrheiten besitzen.

Wir glauben weder an Götter, Engel, Dämonen, noch an Wunder. Auch nicht an höhere Mächte, die wir durch Gebete zum Eingreifen in unser Leben veranlassen können. Ebenso glauben wir nicht an Regeln, die auf mysteriöse, intransparente Weise einer eingeweihten, „auserwählten“ Gruppe von Menschen offenbart wurden. In diesem Sinne kann man mit Blick auf religiösen Glauben mit Fug und Recht sagen: Wir glauben an nichts!
Aber halt: Wir glauben an den Menschen und seine Fähigkeit, mit Empathie, Solidarität, Rationalität, Kooperation und Fairness die gesellschaftlichen Verhältnisse kontinuierlich zu verbessern: Minderheiten zu stärken, Interessenausgleiche herzustellen, Stammesdenken zu überwinden, Liebe, Halt, Geborgenheit und Glück zu geben, Hilfe zu leisten, Kranke und Schwache zu schützen, Sterbende zu begleiten, wirksame Medizin gegen Krankheiten zu entwickeln, Kinder zu selbstbewussten, eigenständigen Persönlichkeiten zu erziehen und gerechtere, lebenswertere Bedingungen für immer mehr Menschen zu schaffen.

6. Welche Werte vertritt der DA!?

Der Düsseldorfer Aufklärungsdienst vertritt die Position des evolutionären Humanismus.

Dabei handelt es sich um eine humanistische Weltanschauung naturalistischer Prägung. Er gibt auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und humanistischer Werte Antworten auf die existenziellen Grundfragen des Menschseins (Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der Sinn des Lebens? Was ist ethisch gerecht?).
Der Begriff des evolutionären Humanismus wurde Anfang der 1960er-Jahre von dem Evolutionsbiologen und ersten Generaldirektor der UNESCO, Sir Julian Huxley, geprägt. Die Vorläufer dieser Weltsicht reichen zurück in die Antike – etwa zu dem griechischen Philosophen Epikur, der um 300 v. u. Z. bereits wesentliche Erkenntnisse der Moderne vorweggenommen hat: wie zum Beispiel die Lehre vom atomaren Aufbau der Welt, vom Aufstieg und Untergang der Arten, der Unendlichkeit des Weltalls, dem Gesellschaftsvertrag und dem individuellen Streben nach Glück als Dreh- und Angelpunkt einer menschengerechten Ethik und Politik.
Denker in späteren Jahrhunderten wie Giordano Bruno, Montaigne, La Mettrie, Jefferson, Paine, Darwin, Marx, Nietzsche, Einstein, Russell oder H.G. Wells entwickelten wesentliche Grundlagen für das Konzept des evolutionären Humanismus, auf die Julian Huxley Mitte des 20. Jahrhunderts zurückgreifen konnte. Evolutionäre Humanist:innen treten entschieden für die Werte der (philosophischen) Aufklärung ein, für kritische Rationalität, Selbstbestimmung, Freiheit, zivilgesellschaftliches Engagement und soziale Gerechtigkeit. Wir begreifen den Menschen nicht als „Krone der Schöpfung“, sondern als unbeabsichtigtes Produkt der natürlichen Evolution, das sich nur graduell, nicht prinzipiell von anderen Lebewesen auf unserem „Staubkorn im Weltall“ unterscheidet. Diskriminierende Ideologien wie Rassismus, Sexismus sowie sozialdarwinistische Konzepte sind mit unserem Humanismus unvereinbar.

7. Wie steht der DA! zum Sozialdarwinismus?

Wer sich in der Wissenschaftstheorie auskennt, weiß: Als wissenschaftliches Erklärungsmodell kann und will die Evolutionstheorie nicht VORschreiben, wie die Welt sein sollte, sondern BEschreiben, wie die Welt ist und warum sie ist, wie sie ist.

Wie wir als Gesellschaft mit den Erkenntnissen der Evolutionsbiologie umgehen, lässt sich aus der Evolutionstheorie selbst nicht ableiten. Denn dies ist keine Frage der empirischen Wissenschaft, sondern eine der philosophischen Reflexion – und hier setzt der evolutionäre Humanismus an. Evolutionäre Humanist:innen deuten evolutionäre Erkenntnisse in humanistischer Weise und wehren sich in aller Entschiedenheit gegen sozialdarwinistische Denkmodelle, die Darwins bahnbrechende Erkenntnisse missbrauchen, um inhumane Lebensbedingungen zu legitimieren. Wir sind fasziniert von der Tatsache, dass alles Leben miteinander verwandt und verwoben ist und jeder von uns das aktuelle Ende einer ununterbrochenen Kette von Lebewesen bildet, die Jahrmillionen zurückreicht. Sozialdarwinistische Konzepte sind mit unserer Weltanschauung vollkommen unvereinbar.

8. Ist der DA! „wissenschaftsfundamentalistisch“?

Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst besitzt, braucht keine Religion.

Die wissenschaftliche Methode ist ein systematischer Prozess, der – auf Basis von Beobachtungen, Experimenten, Analysen und Kritik – zu neuen Erkenntnissen führt. Das Wissen, das auf diese Weise erlangt wird, gilt so lange als anerkannt und gesichert, bis neue Erkenntnisse es ergänzen oder widerlegen. Wissenschaft ist im Unterschied zu Religion und Esoterik also ergebnisoffen. Als Methodik des kritischen Zweifelns beruht sie weder auf „unantastbaren ewigen Wahrheiten“, noch hat sie das Bestreben, „unerschütterliche Wahrheiten“ zu vermitteln. Sie will verstehen. Am Beginn steht dabei eine Frage. Haben Wissenschaftler:innen eine vorläufige mögliche Antwort gefunden, gehen sie damit vorsichtig um – so lange sie keinen Nachweis für die Richtigkeit der Antwort liefern können, sprechen sie von einer Hypothese, die erst in Experimenten eindeutig und nachweislich bewiesen werden muss. Das Experiment gilt nur dann als anerkannt, wenn Wissenschaftler:innen auf der ganzen Welt die Versuchsanordnung wiederholen können und dabei dieselben Resultate erhalten. Die Resultate müssen anschließend korrekt interpretiert und eingeordnet werden. Beweisen sie, dass die Hypothese richtig ist? Falls nicht, war die Hypothese falsch. Nicht schlimm. Auch das erweitert den Wissensschatz der Menschheit. Wenn doch, ist die Hypothese korrekt und die Wissenschaftler:innen kommunizieren ihre Resultate. Denn Wissenschaft ist ein ständiger Prozess der Wissenserweiterung, der nur gelingen kann, wenn die Ergebnisse weltweit geteilt werden. Die Kommunikation des Wissens stellt zudem sicher, dass Methoden und Versuchsanordnungen von anderen kritisch überprüft und mögliche Fehler gefunden werden können. Waren die Experimente methodisch korrekt? Beweisen sie wirklich die Hypothese?
Erst wenn viele Wissenschaftler:innen einverstanden sind, gilt die Hypothese als bestätigt. Nur so kann sie zu einer neuen Erkenntnis und einer neuen Theorie werden. Wissenschaft ist ein mühsamer Prozess. Aber die einzig redliche Methode, wenn wir wirklich etwas über die Wirklichkeit herausfinden und nicht Wunschdenken und (Verschwörungs-)Glauben behaupten wollen.

9. Ist Religion gleich Fundamentalismus?

Eine der bedeutendsten Erfahrungen im Leben eines Menschen ist das Erlebnis, dass wir uns täuschen können.
Fundamentalisten sind Menschen, denen diese Erfahrung fehlt.

Selbstverständlich gibt es – in allen Religionen – einen Unterschied zwischen fundamentalistischen und aufgeklärten Gläubigen. Dank der Aufklärung, die unbestritten weite Teile der akademischen Theologie erfasst hat, gibt es mittlerweile auch ein Christentum ohne Hölle und Teufel. „Gut und Böse“, „Schuld und Scham“ sind auch für viele Religiöse keine überzeugenden Konzepte mehr. Und das ist auch gut so! Unglücklicherweise sind diese „Light-Versionen“ des Glaubens für viele Menschen zwar durchaus sympathisch, jedoch logisch inkonsistent. So verliert Jesu Erlösungstat ohne Hölle und Teufel, also ohne echtes Bedrohungsszenario, jeglichen Sinn. Viele fragen sich deshalb: Warum den Umweg nehmen über einen freundlichen Gott, der an den Menschen glaubt, statt einfach ohne Gott an den Menschen zu glauben? Darüber hinaus ist die prinzipielle Unvereinbarkeit von wissenschaftlichem Wissen und religiösem Glauben nie zuvor so offensichtlich gewesen wie in unseren Tagen. So muss man evolutionstheoretische und kosmologische Erkenntnisse schon brutal ausblenden, um den Glauben an einen Schöpfergott aufrechterhalten zu können. Das mag der Grund dafür sein, dass gerade liberale Religionsgemeinschaften schrumpfen, während fundamentalistische Gruppen mit ihrer „reinen Lehre“ ähnlich stark anwachsen wie die Gruppe derer, die sich überhaupt nicht mehr religiös definieren.

10. Was sind kirchliche Privilegien?

Religion ist kein Unterricht, Theologie ist keine Wissenschaft, das Gehalt der Bischöfe ist keine öffentliche Aufgabe und Ehrfurcht vor Gott ist kein Erziehungsziel.

Der Staat subventioniert die Kirche jedes Jahr mit ca. 21 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass alle Bürger:innen dieses Landes die Kirche finanzieren, selbst wenn sie nie Mitglied waren. Als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ ist die Kirche grundsätzlich nicht steuerpflichtig: Sie zahlt keine Einkommenssteuer bzw. keine Körperschaftssteuer, keine Vermögenssteuer, keine Erbschaftssteuer, keine Schenkungssteuer, keine Gewerbesteuer, keine Grundsteuer, keine Grunderwerbssteuer, keine Umsatzsteuer, keine Zinsabschlagssteuer bzw. keine Kapitalertragssteuer, keinen Solidaritätszuschlag, und sie ist von Justizkosten bzw. Gerichtsgebühren sowie von Beurkundungs- und Beglaubigungs-gebühren befreit, z. B. den Gebühren für Grundbucheinträge, was vor allem durch die immensen Immobiliengeschäfte in die Millionengeschenke geht. Die rund 12 Milliarden Euro Kirchensteuern werden, anders als allgemein angenommen, nur zu einem äußerst kleinen Teil für wohltätige Zwecke verwendet. Sie dienen hauptsächlich der internen Organisation. Auch die angeblich unverzichtbaren Dienstleistungen für die Gesellschaft, mit denen sich die Kirche fortgesetzt legitimiert, bezahlt fast ausschließlich der Staat, also alle Steuerzahler:innen, auch anders- und nicht religiöse Menschen. Hier die Fakten:

  • Konfessionsschulen: zu 98 % staatlich finanziert
  • Religionsunterricht: zu 100 % staatlich finanziert
  • Kirchliche Kindergärten: zu 95-98 % staatlich finanziert
  • Diakonie/ Caritas: zu 99 % staatlich finanziert
  • Kirchliche Krankenhäuser: zu 100 % staatlich finanziert
  • Gehalt der Bischöfe: zu 100 % staatlich finanziert (durchschnittlich 12.000 Euro Grundgehalt im Monat pro Bischof, zusätzlich weitere Zulagen, mietfreie Dienstwohnung in bester Lage sowie Dienstkarosse inklusive Chauffeur)
  • Theologische Fakultäten: zu 100 % staatlich finanziert

Caritas und Diakonie erhalten jährlich ca. 45 Milliarden Euro Steuergeld. Trotzdem bestimmen in den Einrichtungen alleine die Kirchen. Sie betreiben in Deutschland ca. 50.000 Unternehmen und sind damit nach dem öffentlichen Dienst der zweitgrößte Arbeitgeber. Jedoch gilt für die über eine Millionen Beschäftigten kein normales Arbeitsrecht, sondern kirchliches Arbeitsrecht: Wer sich scheiden lässt und erneut heiratet, offen homosexuell ist, aus der Kirche austritt oder streiken will, muss mit Kündigung rechnen.
Auch in Schulen ist Religion omnipräsent: So lautet das oberste Erziehungsziel der Schulen nach Art. 7 (1) der Landesverfassung von NRW auch im Jahr 2022 noch die „Ehrfurcht vor Gott“.
Man fühlt sich um zwei Jahrhunderte zurückversetzt, wenn man erfährt, dass hierzulande zwar der biblische Schöpfungsmythos verbindlicher Inhalt im Lehrplan der Grundschulen ist, nicht aber die Tatsache der Evolution.
Tausende Kinder haben mit Wissen höchster kirchlicher Würdenträger über Jahrzehnte sexuelle Gewalt erlebt. Seit Jahren warten die Opfer des Missbrauchs auf eine konsequente juristische Aufarbeitung und Bestrafung der Täter sowie auf Entschädigungszahlungen durch die Kirche. Vergebens. Dass nach Gesetzeslage die Kirchen diese „Angelegenheiten“ intern regeln dürfen und nicht die Staatsanwaltschaft eingreift, ist heute nicht mehr erklärbar.
Zur Recht bestehen inzwischen auch andere Religionsgemeinschaften auf Privilegien, wie sie die Kirche genießt: Vor dem Hintergrund der Gleichbehandlung wollen auch sie staatlich finanziert werden, fordern die Akzeptanz eines autonomen religiösen Rechtssystems und die Deutungshoheit über religiöse Unterrichtsinhalte. Wir sagen: Alle Privilegien abschaffen!

11. Wie lauten die politischen Ziele des DA!?

Ein humaneres Düsseldorf ist möglich!

Unser Ziel ist es, der wachsenden Zahl religionsfreier Menschen eine starke Institution und Lobby zu bieten, deren Positionen und Interessen fest im öffentlichen und politischen Diskurs zu verankern und mit der Stadtgesellschaft regelmäßig in Austausch zu kommen. Neben der Vernetzung und Sichtbarmachung religionsfreier Menschen ist einer unserer politischen Arbeitsschwerpunkte die konsequente Trennung von Staat und Religion. Zwar sieht unsere Verfassung aus guten Gründen den gleich weiten Abstand des Staates zu allen Weltanschauungen vor, jedoch wird dieser Grundsatz in der Praxis weitgehend ignoriert. So genießt die Kirche in Deutschland derart umfassende finanzielle Privilegien und parlamentarische Mitbestimmungsrechte wie keine andere zivilgesellschaftliche Kraft, obwohl es dafür keine demokratische Legitimation gibt. Diese Tatsache bedarf einer kritischen öffentlichen Diskussion, zumal die Kirche nur einen (immer kleiner werdenden) Teil unserer pluralistischen Gesellschaft vertritt. In Düsseldorf stellen die Konfessionsfreien mit über 50 Prozent (Tendenz steigend) sogar die absolute Mehrheit, wie in Ballungsgebieten und Städten üblich. Aus diesem Grund fordern wir:

  • Einen säkularen, in weltanschaulichen Fragen neutralen Staat, der allen Bürger:innen die gleichen Rechte und Pflichten ermöglicht, unabhängig davon, welche Weltanschauung oder Religion diese aktuell praktizieren. Keine Weltanschauung darf durch staatliche Sonderrechte privilegiert oder subventioniert werden. Die Kirchen müssen wieder zu dem werden, was sie auch sind: Vereine wie jeder andere, deren Angebote und Inhalte ausschließlich von denen finanziert werden, denen sie etwas bedeuten.
  • Kündigung aller Konkordate und Staatskirchenverträge
  • Streichung aller Gottesbezüge aus Gesetzen und Verfassungen
  • Abschaffung der Konfessionsschulen
  • Abschaffung der Kirchensteuer
  • Abschaffung des kirchlichen Arbeitsrechts
  • Abschaffung der Staatsleistungen
  • Abschaffung von Gottesdiensten in der Politik
  • Abschaffung der staatlichen Finanzierung rein kirchlicher Veranstaltungen (Kirchentage etc.)
  • Abschaffung der staatlichen Finanzierung des Religionsunterrichts
  • Abschaffung der staatlichen Finanzierung theologischer Fakultäten
  • Abschaffung der staatlichen Finanzierung konfessioneller Kindergärten
  • Abschaffung der Steuerbefreiung für kirchliche Immobilien und Grundstücke
  • Abschaffung der Steuerbefreiung für kirchliche Vermögen
  • Abschaffung der Steuerbefreiung für kirchliche Finanztransaktionen
  • Abschaffung der Steuerbefreiung für kirchliche Veranstaltungen
  • Die überfällige und konsequente Umsetzung folgender Grundgesetz-Artikel:
    Artikel 136 (3): Niemand ist verpflichtet, seine religiöse Überzeugung zu offenbaren.
    Artikel 137 (1): Es besteht keine Staatskirche.
    Artikel 138 (1): Die […] Staatsleistungen an die Religionsgemeinschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst.
  • Einen für alle Schulkinder verpflichtenden gemeinsamen Ethik- und Religionskundeunterricht, der die gegenseitige Kenntnis aller Weltanschauungen und Religionen vermittelt und ermöglicht, gemeinsame Werte zu entwickeln, statt Kinder nach Glauben zu sortieren.
  • Schaffung eines einfachen Wegs für den Austritt aus Religionsgemeinschaften (z.B. per Einschreiben oder online). Der in NRW vorgeschriebene Weg über das überlastete Amtsgericht ist eine Schikane.
12. Was macht der DA! konkret?

In Zeiten von religiösen, esoterischen und politischen Fake News und Verschwörungstheorien schaffen wir eine Bühne für Wissenschaft, Rationalität und kritisches Denken.

Als Interessenvertretung für Menschen ohne religiöse und esoterische Weltanschauung möchten wir Gleichgesinnte vernetzen, die Akzeptanz rationaler und wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Gesellschaft fördern und gesellschaftspolitischen Austausch über diese Themen anstoßen. Darum bieten wir vielfältige, regelmäßige Formate:

  • Aufklärungsdienste als religionskritische Gegenöffentlichkeit zu Gottesdiensten. D.h. öffentliche Vorträge und Diskussionen zu religionskritischen, philosophischen und wissenschaftlichen Fragen.
  • Regelmäßige Führungen zur Entstehungsgeschichte des Lebens auf der Erde über unseren Evolutionsweg neben dem Aquazoo Löbbecke Museum.
  • Science Slams im Mai und November in Kooperation mit dem soziokulturellen Zentrum ZAKK. Hier geben wir der Wissenschaft eine Bühne.
  • Vergabe des Kunstpreises „DA! Art-Award“, bei dem sich Künstler:innen kritisch mit Religion, Esoterik und Irrationalismus auseinandersetzen. Unser Kunstpreis ist verbunden mit einer Ausstellung im Düsseldorfer Stadtmuseum.
  • Infostände und Aktionen auf den großen Stadtfestivals und Straßenfesten, um mit Bürger:innen ins Gespräch zu kommen.
  • Podiumsdiskussionen
  • Kooperationsveranstaltungen mit anderen Initiativen der Stadt
  • Ab und an auch mal eine religionskritische Filmreihe
  • Vernetzungstreffen und Austausch
13. Wie bekomme ich Kontakt zum DA!?

Freiheit braucht Mitstreiter:innen.

Unsere Veranstaltungen sind ein Beitrag zur Gestaltung der offenen (Stadt)-Gesellschaft.
Diese ist in unseren Augen eine der beeindruckendsten Errungenschaften, die der Mensch in seiner langen Entwicklungsgeschichte auf die Beine gestellt hat. Damit wir und unsere Nachkommen weiterhin so frei, friedlich und selbstbestimmt leben können, braucht es Menschen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren, die sich hinter die Werte der offenen Gesellschaft stellen, diese weiterentwickeln und verteidigen. Wer sich bei uns engagieren möchte, Lust hat, mit uns zu diskutieren oder einfach eine Menge netter und spannender Menschen kennenlernen will, ist hier richtig: Wir machen religionsfreies und humanistisches Leben in seiner ganzen Vielfalt sichtbar und freuen uns am DA!sein.

Ihr erreicht uns unter: kontakt@aufklaerungsdienst.de

14. Kann ich Mitglied im DA! werden?

Ja, ich bin DA!bei!

Wenn du willst, dass deine Position als religionsfreier Mensch in Gesellschaft und Politik stärker berücksichtigt wird, dann tritt mit uns dafür ein: Mit deiner Mitgliedschaft stärkst du das politische Gewicht säkularer Humanist:innen in Düsseldorf, hast ermäßigten Zugang zu unseren Veranstaltungen und natürlich die Möglichkeit, die Evolution des Humanismus durch eigene Ideen selbst mitzugestalten. Füll dazu einfach hier unseren Mitgliedsantrag aus. Herzlich willkommen!