Vortrag und Diskussion mit Dr. Carsten Frerk |

Jährlich erhalten die Kirchen in Deutschland, zusätzlich zu ihren Steuereinnahmen von etwa 9 Mrd. Euro, staatliche Subventionierungen von ca. 19 Mrd. Euro. Nicht aus der Kirchensteuer, sondern aus diesen Zusatzleistungen werden die Gehälter der Bischöfe, der Religionsunterricht und vieles mehr bezahlt. Hinzu kommen Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft, die zwar zu mehr als 98 Prozent durch den Staat finanziert werden (jährlich 45 Mrd. Euro), in denen aber die Kirche das Sagen hat: in diesen Betrieben gilt weder das gesetzliche Arbeitsrecht noch das AGG. Geschiedene, Homosexuelle, Konfessionsfreie und Andersgläubige können dort jederzeit gekündigt werden. Sind diese immensen Privilegien in einem Staat, in dessen Verfassung die weltanschauliche Neutralität festgeschrieben steht, hinnehmbar? Ist es akzeptabel, dass etwa 40 Prozent der Steuerzahler, die nicht der Kirche angehören, deren Einrichtungen und Mission mitfinanzieren müssen?

Referent: Der Politologe Dr. Carsten Frerk (*1945) arbeitet als Autor und Journalist. Er ist der Fachmann für Kirchenfinanzen und staatliche Alimentierung der Kirchen. U.a. hat er dazu die Bücher Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland, Caritas und Diakonie in Deutschland und Kirchenrepublik Deutschland veröffentlicht. Carsten Frerk ist Leiter der Forschungs­gruppe Weltanschauungen in Deutschland und war verantwortlicher Redakteur des Humanisti­schen Pressedienstes. Er ist im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.


Montag, 06.12.2010
20:00
ZAKK Studio
Fichtenstr. 40 | 40233 Düsseldorf
Eintritt 10,-
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Violettbuch der Kirchenfinanzen